Headless Commerce: Wann sich der Ansatz für euch lohnt und wie ihr ihn erfolgreich umsetzt

Eine Person sitzt mit einer Papierttüte auf dem Kopf am Arbeitsplatz. Sie sieht nur etwas durch die reingeschnittenen Augen.
Headless fühlt sich Headless Commerce nur an, wenn die Strategie fehlt. | Quelle: dotSource

Beim Onlineshopping können eure Kunden schon mal die Nerven verlieren: Der Onlineshop lädt ewig, der Check-out-Prozess in der App ist umständlich und Alexa hat die Shoppingliste nicht aktualisiert.

Umso wichtiger ist es, dass ihr als Shop-Betreibende nicht kopflos handelt, sondern für positive Kauferlebnisse auf allen Kanälen sorgt. Indem ihr euer Frontend vom Backend entkoppelt, könnt ihr Anpassungen schnell umsetzen und für einzelne Geräte und Plattformen individuell ausspielen.

Was ist Headless Commerce?

Herkömmliche Shop- und CMS-Lösungen bieten ein Paket aus Frontend, also der Gestalt eures Webshops, eurer App oder eines anderen Kanals und dem Backend, also der Geschäftslogik.

Headless Commerce entkoppelt das Frontend von den Backend-Prozessen. So könnt ihr mit neuen Benutzeroberflächen experimentieren und zusätzliche Endgeräte und Touchpoints anbinden, ohne die Stabilität eures Gesamtsystems zu riskieren.

Möglich ist das durch APIs, also Programmierschnittstellen, die Kopf (Frontend) und Körper (Backend) datentechnisch miteinander verbinden und garantieren, dass die Programmteile einander verstehen. Ganz ohne die Kopfschmerzen, die herkömmliche und starre E-Commerce-Lösungen verursachen können.

Headless Commerce kurz erklärt: Headless Commerce trennt die Präsentationsschicht (Webshop, App, Portal) von der Commerce-Logik. Beide sprechen über APIs miteinander. Im Alltag heißt das: Ihr könnt Oberflächen modernisieren, neue Kanäle anbinden und Features testen, ohne jedes Mal tief ins Kernsystem eingreifen zu müssen.

Für welche Unternehmen eignet sich Headless Commerce?

Eine Headless-Commerce-Software eignet sich, wenn ihr zentralisiert Commerce-Logiken an verschiedene Touchpoints anbinden wollt. Habt ihr ein Headless-Commerce-System im Einsatz, könnt ihr beispielsweise ein klassisches Web-Frontend, eine iOS-App, ein Kundenportal, die Filialsoftware und weitere Kanäle an dieselbe Commerce-Engine anschließen.

Der flexible Ansatz bietet euch die Möglichkeit, innovative Ideen auszutesten, ohne komplexe Anpassungen im Backend vorzunehmen. Dadurch könnt ihr eure digitalen Services permanent weiterentwickeln und eure Präsenz auf verschiedenen Kanälen ausbauen. Diese technische Basis ermöglicht es, euch vom Wettbewerb abzuheben und eurer Zielgruppe kanalübergreifende Erlebnisse mit Köpfchen zu bieten.

Typische Situationen, in denen Headless Commerce sinnvoll ist
In der Praxis sind vor allem drei Auslöser präsent, die für viele Unternehmen – und vielleicht auch für euch – Anlass sind, sich ernsthaft mit Headless Commerce auseinanderzusetzen:

  1. Release-Stau: Neue Features brauchen Monate bis zum Go-live, weil Frontend und Backend eng miteinander verwoben sind und jede Änderung ein Mini‑Großprojekt wird.
  2. Kanaldruck: Webshop, App, Händlerportal, Marktplätze, Filialen – ihr wollt mehr Touchpoints bespielen, stoßt aber an Systemgrenzen und Doppelpflege.
  3. Legacy-Frontend: Euer Shop-Frontend ist veraltet, das Backend geht noch. Ihr wollt User Experience (UX) und Design modernisieren, ohne das Commerce-System sofort auszutauschen.

In solchen Fällen hilft euch Headless Commerce, schneller zu releasen, neue Kanäle ohne Monolithen-Stress anzubinden und eure digitalen Erlebnisse Schritt für Schritt zu modernisieren.

Eine Headless Commerce Software eignet sich, wenn ihr zentralisiert Commerce-Logiken an verschiedene Touchpoints anbinden wollt. Habt ihr ein Headless Commerce System im Einsatz, könnt ihr beispielsweise ein klassisches Web-Frontend anbinden, die iOS-App, ein Kundenportal, die Filialsoftware, usw.

Benötigt ihr diese extreme Flexibilität allerdings nicht, sondern sucht eine Lösung, die möglichst viele Funktionen vereint, ist gegebenenfalls ein eher traditionelles Shopsystem die bessere Wahl. Im Artikel »Shopsysteme: E-Commerce-Software und -Anbieter im Vergleich« steht der Vergleich verschiedener Lösungen im Fokus und ihr erhaltet darin konkrete Tipps für eure Systemauswahl.

Worin unterscheiden sich Headless Commerce und Composable Commerce?

Übergeordnet zielen beide Ansätze darauf ab, als Unternehmen möglichst flexibel zu bleiben und individuell auf die Anforderungen der eigenen Zielgruppe reagieren zu können.

Composable Commerce setzt das um, indem Systeme und Anwendungen verschiedener Anbieter individuell miteinander kombiniert werden. Ihr stellt euch eure Commerce-Landschaft wie einen Baukasten aus spezialisierten Services zusammen – häufig nach dem Prinzip Best of Breed, also mit jeweils passenden Lösungen für klar abgegrenzte Aufgaben, statt einer einzigen Suite für alles.

Mehr zu den Vor- und Nachteilen spezialisierter Lösungen erfahrt ihr im Beitrag »Best of Breed: spezialisierte Lösungen im E‑Commerce«.

Headless Commerce hingegen konzentriert sich darauf, die Frontend-Präsentationsschicht von der Backend-Logik zu trennen, sodass Änderungen in einem Bereich keinen direkten Einfluss auf den anderen haben. Headless ist damit oft ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer composable Architektur. »Alles neu« wird es vor allem dann, wenn ihr von einem integrierten Monolithen zu einer vollständig composable Landschaft mit vielen spezialisierten Services wechselt. Ein Headless-Frontend über eurem bestehenden System kann dagegen ein erster, überschaubarer Schritt sein.

Und wenn ihr tiefer in Composable Commerce einsteigen wollt, liefert euch dieser Artikel eine gute Grundlage:

Beide Ansätze basieren dabei auf den modernen Technologieprinzipien API First, Cloud Native und Microservices. Was sich konkret hinter diesen Ansätzen versteckt und warum in diesem Kontext ein ganzes Partnernetzwerk entstanden ist, erfahrt ihr im Artikel »MACH Alliance für mehr Erfolg im E-Commerce«.

Vorteile von Headless E-Commerce

Mit einer Headless-Commerce-Lösung setzt ihr der kopflosen Suche nach Informationen ein Ende. Durch die Entkopplung von Frontend und Backend könnt ihr schnell und völlig flexibel auf die Anforderungen eurer Zielgruppe reagieren. So stellt ihr sicher, dass User auf sämtlichen Kanälen finden, wonach sie suchen und mit zusätzlichen Features verbessert ihr das gesamte Einkaufserlebnis. Bei einer kombinierten E-Commerce-Lösung wäre die Gestaltung zum Beispiel von der Produktdarstellung im Frontend durch bestimmte Funktionalitäten im Backend beschränkt.

Beim Headless-Commerce-Ansatz könnt ihr durch die APIs relativ schnell neue Benutzeroberflächen in das bestehende Frontend-System integrieren oder einzelne Systeme austauschen. Somit verbessert ihr die Skalierbarkeit eurer gesamten E-Commerce-Architektur und könnt bei Unternehmenswachstum oder -veränderungen einfach reagieren.

Vorteile von Headless Commerce im Überblick:

  • einfache Anpassungen im Frontend
  • kurze Time-to-Market für neue Anwendungen
  • verbesserte Customer Experience
  • bestmögliche Skalierbarkeit
  • reduzierte Abhängigkeiten von einem einzelnen System

Herausforderungen im Zusammenhang mit Headless E-Commerce

Möchtet ihr als Unternehmen von diesen Vorteilen profitieren, kommt erstmal einiges an Arbeit auf euch zu. Mit der richtigen Planung und einem erfahrenen Projektteam lassen sich die typischen Stolpersteine jedoch gut beherrschen.

Implementierung

Bestehende Systeme, APIs und Microservices müssen in die neue Headless-Commerce-Software integriert werden. Das betrifft nicht nur euren Shop, sondern auch Umsysteme wie ERP, PIM, CRM, CMS oder Payment.

Tipp: In Etappen denken.

  • Startet mit einem klar abgegrenzten MVP, z. B. einem neuen Headless-Frontend für eine Marke, ein Land oder eine Produktlinie. Beginnt bitte nicht mit dem kompletten Rollout.
  • Definiert vorab, welche Systeme ihr in Phase 1 wirklich anbinden müsst und welche später folgen können.
  • Legt fest, wer Product-Owner für das Headless-Thema ist und welche Teams in der Umsetzung welche Rollen übernehmen.

Fehlt euch intern das notwendige technische Know-how, ist es sinnvoll, eine Digitalagentur hinzuzuziehen. Gemeinsam könnt ihr einen Projektplan aufstellen, Verantwortlichkeiten definieren und ausreichend personelle Ressourcen einplanen.

Sicherheit

Durch die Verwendung der APIs und die Untergliederung des Systems in mehrere Microservices steigt das Potenzial für Sicherheitslücken. Daher ist es wichtig, bei der Planung eures Headless-Projekts auch die Einführung von Sicherheitsmaßnahmen mitzudenken.

Tipp: Security in die Planung einbauen.

  • Analysiert in einem kurzen Sicherheits-Check eure wichtigsten Datenflüsse: Welche Daten laufen über welche APIs, was ist öffentlich zugänglich, was intern?
  • Setzt auf eine zentrale Lösung für Login & Rechte (z. B. Identity-Provider), statt Authentifizierung in jedem Service neu zu erfinden.
  • Plant regelmäßige Penetrationstests (Pentests) ein, um reale Angriffsszenarien zu simulieren und Schwachstellen zu finden, bevor sie jemand anders findet.

Datenmanagement

Neben der Sicherheit ist auch die Datenhaltung ein Thema, bei dem Unternehmen durchaus mal den Durchblick verlieren. Da bei Headless Commerce für die optimale Customer Journey verschiedene Daten aus unterschiedlichen Systemen integriert werden, ist das Datenmanagement durchaus komplex.

Tipp: Datenhoheit klar regeln.

  • Legt verbindlich fest, welches System für welche Daten »Single Source of Truth« ist. Z. B. PIM für Produktdaten, ERP für Preise & Verfügbarkeit, CRM für Kundendaten.
  • Definiert Datenflüsse: Wo werden Daten gepflegt, wo nur gelesen, wo angereichert?
  • Vermeidet Duplikate, indem ihr APIs nutzt, statt Daten in jedem Frontend erneut abzulegen.

So könnt ihr Datensilos auflösen und eure Kunden mit genauen und zuverlässigen Daten versorgen.

Bekannte Headless-Commerce-Softwares im Überblick

Neben spezialisierten Shop-Lösungen, die direkt auf den Headless-Ansatz setzen, gibt es auch große Softwareanbieter, die ihr Portfolio entsprechend dem Wunsch nach mehr Flexibilität anpassen.

commercetools

commercetools ist der weltweit führende Anbieter von cloudbasierten Headless-Plattformen. Die Shop-Lösung setzt auf eine reine Microservices-Architektur mit APIs, die durch eine Cloud-native Saas-Lösung bereitgestellt werden. So könnt ihr als Unternehmen mit dieser Headless-Commerce-Software auf wechselnde Kundenbedürfnisse und neue Markttrends reagieren, ohne hohen Entwicklungs- oder Migrationsaufwand.

Intershop

Intershop ist ursprünglich als E-Commerce-Komplettlösung gestartet. Mit den Kundenerwartungen haben sich allerdings auch die Anforderungen der Unternehmen an eine Shop-Lösung verändert und somit auch die Technologie von Intershop. Aus dem On-Premise-Monolithen wurde ein cloudbasiertes Headless System. Durch die Entkopplung von Frontend und Backend bieten Intershop-Seiten insbesondere eine gute mobile Performance durch die integrierte Progressive-Web-App-Struktur (PWA).

Shopware

Auch der Softwarehersteller Shopware setzt auf API-first, damit ihr als Unternehmen eurer Zielgruppe zeitgemäße Kundenerlebnisse bieten könnt. Darunter Storytelling, Social-Shopping, virtuelle Showrooms, innovative Filter, Produkt-Konfigurationen. Die Open-Commerce-Philosophie ermöglicht maximale Flexibilität bei der Anbieteranbindung und somit die unbeschränkte Weiterentwicklung eurer Systemlandschaft.

Shopify

Die Headless-Commerce-Plattform von Shopify stellt eine leistungsfähige Storefront-API zur Verfügung. Diese kann entweder für die Erstellung von Customer Frontends verwendet werden oder für die Integration mit anderen Softwarelösungen. Im Zentrum stehen bei Shopify die Feature für die Bestell- und Zahlungsabwicklung sowie das Daten- und Produktmanagement. Diese lassen sich mittels entsprechender Buttons einfach in die entwickelten Frontends integrieren.

Headless Commerce B2B: Praxisbeispiele

Im B2B treffen oft komplexe Produkte, individuelle Preise und gewachsene Strukturen auf hohe Erwartungen an digitale Self‑Services. Die zwei Projekte zeigen, wie Headless Commerce in der Praxis aussehen kann und welche Ziele die beiden Unternehmen damit verfolgen.

B2B-Case TROX: Headless Commerce für komplexe Konfigurationen

TROX ist ein Hersteller von Komponenten, Geräten und Systemen zur Belüftung und Klimatisierung. Das Portfolio erfordert komplexe Produktkonfigurationen.

Bevor sich TROX für die Headless-Commerce-Software von commercetools entschied, liefen Bestellprozesse teilweise noch manuell und somit weniger nutzerfreundlich. Da das Unternehmen bereits ein Headless Content-Management-System im Einsatz hatte, lag es nahe, auch die B2B-Commerce-Plattform headless aufzubauen.

Das flexible API-First-Konzept von commercetools bietet TROX eine skalierbare und erweiterbare Systemarchitektur. In diese Plattform wurde außerdem ein Produktkonfigurator integriert, sodass Kunden mit »myTrox« ihre Produkte individuell erstellen und bestellen können – vollkommen digital.

Mehr über diese Erfolgsgeschichte erfahrt ihr unter »TROX E-Commerce-Plattform«.

B2B-Case PRECITOOL: Gemeinsame Plattform für den technischen Handel

PRECITOOL ist ein Verbund von Fachhändlern im technischen Handel. Ziel war es, eine gemeinsame Commerce-Plattform aufzubauen, auf der sich alle Partner mit ihren individuellen Sortiments- und Preismodellen wiederfinden.

Flexible Lösungen Precitool Success Story

Statt vieler einzelner Shops setzt PRECITOOL auf eine zentrale Plattform mit mandantenfähigem Setup. Produktdaten, Preise und Verfügbarkeiten können zentral gepflegt und gleichzeitig für die einzelnen Händler individuell ausgespielt werden. So entsteht ein einheitliches Einkaufserlebnis für Endkunden, während die Partner im Hintergrund weiterhin eigenständig agieren können.

Für PRECITOOL bedeutet das: konsistenter Auftritt im Markt, modernisierte Beschaffungsprozesse und die Möglichkeit, neue Services und Touchpoints auf Basis derselben E‑Commerce-Basis zu ergänzen.

Hier gelangt ihr zur Success Story von PRECITOOL »PRECITOOL B2B-Plattform«.

Merke: TROX und PRECITOOL arbeiten in sehr unterschiedlichen Märkten, nutzen aber ähnliche Prinzipien: Headless Commerce dient als Enabler für mehr Beweglichkeit im digitalen Vertrieb – sei es für komplexe Konfigurationen oder für eine gemeinsame Händlerplattform.

Mit Headless Commerce in die Zukunft?

Behaltet ihr mit den Headless-Commerce-Ansatz einen klaren Kopf und setzt ihr Entwicklungen schneller um als euer Wettbewerb, sichert ihr euch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Diese Flexibilität wird weiter an Bedeutung gewinnen, da sich die Erwartungen der Kunden immer schneller verändern und die Kanäle, über die sie sich informieren immer zahlreicher werden.

Allerdings solltet ihr nicht außer Acht lassen, das Headless Commerce auch zahlreiche strategische Überlegungen, Entscheidungen und technisches Know-how erfordert. Unter Umständen ist eine Standardlösung, die euch alle notwendigen Features bereits zur Verfügung stellt, für euch die passendere Option.

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FAQs – häufig gestellte Fragen zu Headless Commerce

Welche Vorteile bringt Headless Commerce für das Geschäftsmodell?

Headless Commerce gibt euch mehr Flexibilität im Frontend: Ihr könnt Oberflächen schneller anpassen, neue Use Cases testen und Kanäle individueller bespielen. Gleichzeitig verkürzen sich Release-Zyklen und ihr gewinnt Performance über alle Kanäle hinweg. So testet ihr Ideen, ohne das Kernsystem zu gefährden.

Für wen lohnt sich Headless Commerce besonders und wann ist es (noch) zu früh?

Lohnen kann sich Headless für B2B-Portale mit komplexen Prozessen, B2C-Marken mit starken Erlebniswelten, Marktplätze und Händler- bzw. Partnerportale sowie Unternehmen mit internationaler Präsenz. Zu früh ist es meist, wenn ihr noch keine klare Digitalstrategie habt, wenig interne Ressourcen für Weiterentwicklung oder euer aktuelles System eure Ziele noch gut erfüllt. In dieser Phase ist es sinnvoller, erst Strategie und Organisation zu schärfen und euer aktuelles Shopsystem zu modernisieren. Headless kann dann der übernächste Schritt sein.

Ist Headless Commerce nicht zu komplex und teuer?

Headless ist in der Einführung anspruchsvoller und zunächst teurer als eine einfache All-in-one-Lösung. Langfristig könnt ihr jedoch sparen, weil ihr Systeme schrittweise austauscht, Services mehrfach nutzt und Releases effizienter werden. Entscheidend sind ein klar abgegrenzter Scope, ein erstes, bewusst schlank gehaltenes Release (MVP-Ansatz = Minimum Viable Product) und ein erfahrenes Projektteam.

Welche Risiken birgt Headless Commerce und wie können sie minimiert werden?

Risiken liegen vor allem in einer fehlenden Zielarchitektur und in mangelnder Governance. Ihr reduziert diese Risiken, indem ihr ein Zielbild definiert, APIs standardisiert und klar festlegt, welches System für welche Daten »die eine Wahrheit« ist. Ergänzend hilft ein Produkt-Team, das Commerce als Produkt denkt. Und das Ganze idealerweise unterstützt von einem erfahrenen Implementierungspartner.

Wie starte ich konkret in Richtung Headless Commerce?

Beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme: Geschäftsziele, Pain Points, aktuelle Systemlandschaft. Definiert dann ein Zielbild und ein MVP, etwa ein neues Frontend für einen Markt oder eine Produktlinie. Parallel baut ihr eure API-Strategie auf und stellt ein cross-funktionales Team aus Business, IT und UX-Design auf.

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Über Birthe Struffmann

Birthe hat an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena Wirtschaftswissenschaften und BWL mit dem Schwerpunkt Marketing studiert. Eine gute Kombi, wenn es darum geht, digitale Trends kritisch zu hinterfragen. Als Digital Business Analyst bei dotSource tauscht sie sich dafür regelmäßig mit Expertinnen und Experten aus dem E-Commerce-Umfeld aus. Ihr Wissen zu digitalen Unternehmensstrategien und fortschrittlichen Technologien teilt sie regelmäßig hier auf Handelskraft und im jährlich erscheinenden Handelskraft Trendbuch.